Ein Buch zur Zeit

Auf meinem Kindle sind mittlerweile mehr Bücher als ich lesen kann. Manche Bücher werde ich gar nicht lesen. Manchmal fange ich mehrere Bücher gleichzeitig an, es ist ja alles verfügbar. Auf diese Weise lese ich keines der Bücher bis zum Schluss.

Dabei mag ich das Kindle sehr, nicht damit ich die ganze Bibliothek mit mir herumtragen kann, sondern weil ich gerne auf ihm lese. Es ist ein tolles Gerät und noch lieber wäre mir, wenn man nur ein Buch zur Zeit darauf laden könnte und die anderen Bücher gar nicht erst anzeigen.

Diese Option hat das Kindle nicht.

Deshalb habe ich ein zweites Amazon-Konto angelegt und zur Familienbibliothek hinzugefügt. Mit diesem Konto habe ich mich im Kindle angemeldet und mit diesem Konto teile ich nur ein Buch. Bücher kaufen und Bücher lesen sind zwei verschiedene Sachen.

Auf diese Weise habe ich ein Kindle mit nur einem Buch und komme nicht mehr in Versuchung, andere Bücher zu lesen.

Frühstück

Ich habe von einer Bekannten ein Rezept für ein Frühstücksmüsli bekommen, das ich noch nicht probiert habe, aber es ähnelt dem, was ich morgens esse, klingt allerding deutlich spannender.

Haferflocken
Nüsse
Joghurt
Kakaonibs
Kurkuma
Zimt
Pfeffer
Chili
Ingwer

Muss ich mal probieren.

Eine neue Lesebrille

Ich brauche eine neue Lesebrille. Die alte ist jetzt meine Bildschirmbrille. Die Sehstärke beider Augen ist etwas unterschiedlich, deshalb sind Fertiglesebrillen nur eine Notlösung, außerdem ist die Qualität der Gläser nicht so gut. Ich lese viel und Lesen bedeutet mir viel, auch deshalb ist mir die Lesebrille wichtig.

Ich war an einem Freitag Nachmittag beim Optiker, der Laden war voll und ich musste lange warten, bis ich für die Augenuntersuchung an der Reihe war. Ich vertrieb mir die Zeit mit dem Beobachten der Menschen und dem National Geografic. Ich sah mir die Fotos an, meine Lesebrille hatte ich nicht dabei. Ich nehme meine Lesebrille nicht immer mit, weil ich nicht weiß, wohin damit. Ein Monokel für die Hosentasche wäre eine Idee.

Es waren einige Optiker und Optikerinnen unterwegs, einer jedoch viel mir besonders auf, weil er sehr jung aussah, jung, ernst, engagiert und gestylt, mit strengem Kurzhaarschnitt und Ohrring (der, der das Loch von innen dehnt). Und natürlich Brille. Ich fragte mich, ob alle Optiker und Optikerinnen Brillen tragen, auch wenn sie gar keine brauchen.

Ich hatte etwas Bedenken, dass ich diesen Optiker als Berater bekomme, weil ich bei sehr jungen Menschen die Befürchtung habe, dass sie das Außergewöhnliche mehr mögen als das Klassische, für die Brillenauswahl brauche ich den Geschmack und das Urteil des Optikers. Brillenkauf ist ein bisschen wie beim Frisör. Ich kenne manche, die sagen, dass sie nur mit schwulen Frisören zufrieden sind. Dabei geht es gar nicht um die sexuelle Orientierung, sondern um den Geschmack, ein komplexes Gebilde.

Ich bekam aber genau diesen Optiker. Er war sehr konzentriert und professionell. Ich sah auf das Namensschild und las einen weiblichen Vornamen, damit fügte sich auch das Bild. Es war eine Frau, die wie ein wesentlich jüngerer Mann aussah. Interessant, dachte ich, die Grenzen sind fließend. Sowohl Geschlecht als auch Alter waren für mich überhaupt nicht eindeutig zu erkennen.

Für die Brillenauswahl war es dann aber auch egal, denn es geht ja dabei eher darum, wie man sich ausdrückt und formuliert und ob man dann verstanden wird. Und das konnte sie gut, sie manövrierte mich durch die Brillenregale und ich vertraute am Schluss ihrem Geschmack. Es blieben zwei Modelle zur Auswahl und ich entschied mich für eine Brille, die ich alleine nicht gewählt hätte.

Es gibt kaum etwas, dem ich so sehr misstraue, wie meiner Wahrnehmung, einfach, weil ich weiß, wie leicht man sie täuschen kann.

I was testing Micro.blog and decided to use it as a personal Microblog. I don‘t need Wordpress or Instagram. The Micro.blog to Wordpress export works fine, so nothing is lost.

Verzettelt

Heute waren wir in der Stadtbücherei (deshalb), um für das Referat Bücher zu suchen. Wir nahmen ein “Was ist was?” und ein Hörbuch eines Insektenforschers mit, außerdem ein Comic und einen DVD für mich, eine Dokumentation über John Neumeiers Ballettwerkstatt. Ich denke nicht, dass wir viel Information für das Referat darin finden und das ist vielleicht ein schöner, aber nicht beabsichtigter Nebeneffekt: man findet und stößt auf Sachen, nach denen man gar nicht gesucht hat. Das ist nicht zielführend und vielleicht sogar Zeitverschwendung und man kann sich dabei leicht verzetteln. Ob das so beabsichtigt war, bezweifel ich. Es wäre aber vielleicht ab und zu ganz sinnvoll, das zu beabsichtigen.

Damals hinterm Mond

Schule: “Wichtig wäre auch, dass Sie die Bibliotheken (Schule, Stadt, zuhause…) und nicht nur neue Medien nutzen (welche aber natürlich nicht vollkommen ausgeschlossen sein sollen).”

Ich (bei mir): Warum? Weil die Bilder dann in cmyk und nicht rgb sind? Weil der Text dann älter ist? Weil die bösen, digitalen Buchstaben einem die Augen verätzen?

Arme Schnecken

Ich sage meinen Kindern immer, dass man Schnecken essen kann, weil sie kein Gehirn haben, sie also nicht “die armen Schnecken” sind, weil sie davon nichts mitbekommen.

So richtig durchdacht habe ich das bisher nicht, deshalb habe ich mir Gedanken gemacht und brauche dafür drei Begriffe: Ich, Sprache und Bewusstsein. Auf die Frage also, ob (manche) Tiere ein Bewusstsein haben, muss man mit “Ja” antworten, auch auf die Frage, ob (manche) Tiere ein “Ich-Bewusstsein” haben, muss man wohl mit “Ja” beantworten. Auch haben Tiere Sprache. Fraglich ist aber, ob sie ein “Ich” in ihrer Sprache kennen. Erst, wenn sie das haben, können sie ein Gefühl wie Schmerz sich selbst zuordnen und sagen: Ich fühle Schmerzen. Das Gefühl gehört ihnen, ist ihnen zugeordnet. Dieser Text hier stellt das für mich absolut nachvollziehbar dar.

Interessant ist aber nicht nur die Frage, ob man einen Schmerz einem Ich zuordnen kann, sondern vielmehr, dass man als Verursacher Verantwortung trägt, unabhängig von einer Zuordnung.

Interessant ist auch, dass man den Schmerz als Grund vor die Tötung stellt. Deshalb gibt es artgerechte Schlachtung. Man möchte also unter Umständen Tiere töten, aber keinen Schmerz zuführen (manchmal auch, um Schmerz zu beenden). Keinen Schmerz zuführen ist unsere allererste Regel.

Vegetarismus, scheint mir, ist manchmal auch ein Versuch, sich aus all diesen Fragen herauszuziehen und aus der Verantwortung zu nehmen. Eine Antwort für sich selbst, aber keine auf grundsätzliche Ernährungsfragen. Man kann jedoch auch beides gleichzeitig: für sich eine persönliche Entscheidung treffen und gleichzeitig eine ausgewogen ethische Haltung einnehmen, die Tierzucht mitbedenkt.

So wie es aussieht, gibt es drei Stufen:

  1. Die armen Schnecken
  2. Vegetarismus, um sich herauszunehmen
  3. Für sich, mit sich selbst und der Umwelt einen ausgewogenen Lebensstil finden.

Mein Rechner stürzte ständig ab und der Lüfter war extrem laut. Jetzt habe ich neue Wärmeleitpaste aufgetragen und er schnurrt wie eine Katze und ruckelt nicht mehr. Ich bin mehr als erstaunt.

Kein gutes Gefühl

Ich habe nur zwanzig Sekunden der Anhörung von Mark Zuckerberg gesehen. Neben aller Nüchternheit, mit der man die Sache betrachten könnte, kann ich mein Gefühl nicht unbeachtet lassen, dass ich habe, wenn ich Mark Zuckerberg reden höre und ihn sehe. Ich brauche nur fünf Sekunden und merke sofort, dass ich diesem Menschen niemals vertrauen würde. Ich sage nicht, dass ich Menschen gut einschätzen kann, aber wenn ich meine Entscheidungen auf meine Intuition gründe, war es für mich selbst immer am besten. Meine Intuition ist sicher kein Maßstab für andere, aber auf jeden Fall einer für mich.

Ich könnte natürlich diese Einschätzung mit Argumenten versehen, es gibt genug sachliche Gründe, keinen Account bei Facebook zu haben. Aber das ist überflüssig.

Mark Zuckerberg ist gar nicht der Grund, weshalb ich meinen Facebook-Account gelöscht habe. Die verknüpften Kontakte waren es. Nicht, dass ich nichts mit diesem Menschen zu tun haben wollte, ich wollte nur nichts mit ihnen auf diese Weise zu tun haben. Mit einigen allerdings auch lieber auf diese Weise. Ich brachte es nie über’s Herz, Menschen zu entfolgen, schon gar nicht Freunden. Außerdem war ich bei manchen hin- und hergerissen.

Ich vermisse Facebook natürlich nicht.

Aber ich habe noch einen Instagram-Account, und der ist wirklich unersetzlich, so wie Facebook für viele andere. Inhalte und Kontakte, die man so nicht einfach verwalten und darstellen könnte. Instagram scheint für mich alternativlos, wie Facebook für manche. Absurd daran ist, dass ich auf Instagram besonders persönliche Sachen poste. Wie wahrscheinlich so gut wie jede/r.

Die Frage, ob ich ohne Twitter oder Instagram leben möchte, ist für mich noch nicht geklärt. Aber ich stelle sie mir mal.